4. METHODIK UND DISPOSITION
Mit der Hazard-Forschung bietet sich methodisch die Vorgehensweise des
Ansatzes der Umweltwahrnehmung nach HARD (1973) an, der mit der a) Darstellung
der realen Umwelt, b) Darstellung der wahrgenommenen Umwelt, c) Erklärung
dieser wahrgenommenen Umwelt, d) Vergleich von wahrgenommener und realer
Umwelt, einen Leitfaden zur Untersuchung des Sachverhaltes bietet.
Dieser befasst sich mit Entscheidungen und Handlungen, die dadurch beeinflusst
werden, wie Entscheidungs- und Handlungsträger die physische Umwelt
und Umweltereignisse erkennen, wahrnehmen, deuten und bewerten.
Erste Untersuchungsmethoden nahmen die realen Gegenstände als Bezugsgröße.
Sie zogen bei der Beziehung Mensch-Erde, Mensch-Landschaft, Mensch-Landesnatur
die physisch-geographischen Gegebenheiten als Bezugsgröße heran.
Es wurde versucht, die menschlichen Aktivitäten (human activity)
mit der "realen" Umwelt ("real" environment) zu verbinden.
Defizite dieser Methode waren, dass "...der Mensch nicht auf die
Wirklichkeit reagiert, wie sie ist, sondern auf die Wirklichkeit, wie
sie ihm zu sein scheint, wie er glaubt, das sie sei, und wie er sie bewertet"
(HARD 1973, S. 202). Daher ist es sinnvoller, menschliche Aktivitäten
(human activity) mit der wahrgenommenen Umwelt (perceived environment)
zu verbinden.
Dementsprechend findet zunächst die deskriptive Darstellung der Umwelt
zur Erfassung der "real world" statt, bevor dann die empirische
Erhebung der Umweltwahrnehmung zur Darstellung der "perceived environment"
erfolgt.
4.1 Erfassung der "real world"
Die Erfassung der "realen" Umwelt stellt innerhalb der Feldforschung
die Grundstruktur dar. Die Lagebeschreibung ist notwendig, um Interviewergebnisse
interpretieren zu können. Die Unterschiede in Wahrnehmung und Bewertung
der potenziellen Naturgefahren sind unter der Berücksichtigung der
sozialen, kulturellen und physischen Bedingungen zu verstehen. Der NATURAL
HAZARD RESEARCH (1970: 4) hat eine Liste über die zu erreichenden
Informationen als Orientierung herausgegeben, nach der sich auch die Arbeit
richten wird.
Dazu zählt u.a. Beschreibung des Untersuchungsgebietes in Bezug auf
die Region, eine genaue Abgrenzung des Untersuchungsgebietes, die Verteilung
der Landschaftsformen, Verteilung der Böden, Vegetation und des Klimas,
Verteilung der Landnutzung und der Bevölkerung, Aufzeichnungen über
historische Erscheinungen von Naturkatastrophen, Abschätzung der
Intervalle und Charakteristika der Ereignisse, Beschreibung von anderen
Naturkatastrophen in der Gegend und Angaben über Informationsquellen
und Brauchbarkeit der Daten. Bei gegebener Möglichkeit werden die
Informationen kartiert.
4.2 Erfassung der "perceived environment"
Zur Erfassung von Reisemotiven, Besucher-Typen, Besucher-Aktivitäten
sowie intuitiver Risikowahrnehmung und -bewertung mitsamt dessen unterschiedlichen
sozialen und kulturellen Einflussfaktoren wird eine empirische Untersuchung
in Form einer Teilerhebung durchgeführt, die sich an die Methoden
der Hazard-Forschung anlehnt. Die Hazard-Forschung ist gekennzeichnet
durch die Exploration unterschiedlicher Methoden, sowohl quantitative
als auch qualitative Verfahren werden eingesetzt; Interviews sind das
Hauptinstrumentarium.
An beiden Besucher Stationen "Etna Süd" und "Etna
Nord" wird eine Kurzbefragung zur Ermittlung von Daten über
die Grundgesamtheit stattfinden, während zeitgleich unter Zuhilfenahme
eines Interviewerstabes, quantitative Befragungen durchgeführt werden.
Die Fragebereiche beziehen sich u.a. auf sozioökonomische und soziodemographische
Grunddaten, Reiseart, Reisedauer und Transport, Reisemotivation, Wohlbefinden,
Wahrnehmung und Bewertung, Wissen und Erfahrung, Bedrohung und Kontrollierbarkeit
und Handlungsbedarf.
Die Methode der standardisierten, systematischen Beobachtung mit klar
und fest strukturierten Beobachtungskategorien wird Anwendung finden.
Sie dient zur Erfassung des Ausmaßes der Vorbereitung der Besucher
(festes Schuhwerk, warme Kleidung
) sowie des Verhaltens in Gefahrenbereichen
(z.B. Kraternähe).
5. Vorläufiges Inhaltsverzeichnis
TEIL A: Ausgangssituation und Themenstellung
1. Einleitung
1.1 Problem- und Zielstellung der Untersuchung
1.2 Forschungsstand
1.3 Ziel und Aufbau der der Untersuchung
1.4 Methodisches Vorgehen
TEIL B: THEORETISCHE GRUNDLAGEN
2. Geographische Grundlagen Siziliens
2.1. Geographische Aspekte Siziliens
2.2 Politische und wirtschaftliche Grundlagen
3. Der Tourismus auf Sizilien
3.1. Grundlagen, Definitionen und Problemstellung
3.2. Einblick in den Tourismusmarkt Italien
3.3. Der Tourismus auf Sizilien und seine Entwicklung
3.3.1: Historische Entwicklung des Tourismus in den Provinzen Catania und Messina
3.3.2 Touristische Typologie des Untersuchungsraumes
3.3.2.1: Kulturtourismus
3.3.2.1.1: Historisch-archäologischer Hintergrund_
3.3.2.1.2 Folklore und Tradition
3.3.2.2: Badetourismus
3.3.2.3: Bergtourismus
3.3.2.4: Thermaltourismus
3.3.2.5 Natur- und Nationalparktourismus
3.3.2.6: Naturtourismus, grüner Tourismus und Ökotourismus
3.3.2.7: Agritourismus
3.3.2.7.1 Ziele und Definitionen
3.3.2.7.2 Historische Entwicklung des Agriturismo
3.3.2.8 Ländlicher Tourismus
3.4: Die Tourismuswirtschaft Siziliens
3.4.1 Geographische und wirtschaftliche Aspekte des Tourismus auf Sizilien
3.4.2 Die Touristischen Ressourcen
3.4.2.1 Natürliche Ressourcen Siziliens
3.4.2.2 Kulturelle Ressourcen Siziliens
3.4.3 Das Touristische Angebot
3.4.3.1 Die Kapazitäten von Hotels und Parahotellerie
3.4.3.1.1 Kapazitäten im gesamten Untersuchungsraum
3.4.3.1.2 Kapazitäten in der Provinz Catania
3.4.3.1.3 Kapazitäten in der Provinz Messina
3.4.3.1.4 Kapazitäten im Etna Park
3.4.4 Die touristische Nachfrage
3.4.4.1 Das touristische Aufkommen im Untersuchungsraum
3.4.4.2 Touristenströme im Untersuchungsraum
3.4.4.2.1 Messina
3.4.4.2.2 Catania
3.4.4.3 Regionalpolitik zum Widergewinn ausländischer Gäste
3.4.5 Der Einfluss des Tourismus auf das Territorium
3.4.6 Probleme des Tourismus auf Sizilien
4. Tourismus und Naturressourcen in Schutzgebieten
4.1 Tourismus in Schutzgebieten in seiner ökologischen und wirtschaftlichen Bedeutung
4.2 Italienische Schutzgebiete und ihr Aufbau
4.3 Historische Entwicklung und Gesetzesgrundlagen
4.4 Sizilianische Naturparks und ihre juristischen Richtlinien
4.4.1 Sizilianische Umweltpolitik
4.4.2 Sizilianische Naturreservate
4.4.3 Regionalplan für die Naturparks- und Reservate
4.5 Organisationsstrukturen im Tourismus des Etna Gebietes
5. Der Etna
5.1 Allgemeine Grundlagen im historischen Zusammenhang
5.2 Physisch-Geographische Aspekte des Etna
5.2.1 Großräumige Gliederung, Morphologie, Genese und Klassifikation
5.2.2 Klima und Hydrologie
5.2.3 Vegetation
5.2.4 Böden
5.3 Geologischer Rahmen
5.3.1 Tektonik und Vulkanismus
5.3.2 Geologische Evolution
5.3.2.1 Der Unterbau
5.3.2.2 Entwicklungsgeschichte
5.3.3 Tätigkeitsarten des Ätna
5.3.4 Einschätzung des vulkanischen Gefahrenpotentials des Etna und seine Auswirkungen auf den Tourismus
5.3.5 Überwachung/ Monitoring am Ätna
5.3.6 Katastrophenschutz- und Prävention im Untersuchungsgebiet
6. Der Ätna Park
6.1 Physische Aspekte
6.1.1 Morphologische Aspekte
6.1.2 Die Flora
6.1.3 Die Fauna
6.2 Geologische Aspekte
6.3.1 Bevölkerungsverteilung und -entwicklung
6.3.2 Die Wirtschaft
6.3.2.1 Die Landwirtschaft
6.3.2.2 Die Industrie
6.3.2.3 Der Dienstleistungssektor
6.4 Gründung, Gesetzgebung und Schutzanspruch des Etna Parks
6.4.1 Die Gründung des Parks zum Schutz des Territoriums
6.4.2 Die Zonierung des Parks
6.4.3 Die Organe des Parks
6.4.4: Ziele des Etna-Parks in Verbindung mit dem Schutz und der Aufwertung des Territoriums
7. Der Tourismus im Etna Park
7.1: Die Rolle des Tourismus im Zusammenhang mit den wirtschaftlichen Aktivitäten im Etna Park
7.2 Touristisches Ressourcen im Etna Park
7.3 …
7.4 Die Touristische Nutzung
7.4.1 Natursport
7.4.1.1 Wandern / Trekking
7.4.1.2 Wintersport
7.4.1.3 Radtourismus
7.4.1.4 Reittourismus
7.4.2 Besichtigungsverkehr
7.4.2.1 Tagesausflugsverkehr
7.4.2.1.1 Tagesausflugsverkehr internationaler Gäste
7.4.2.1.2 Tagesausflugsverkehr nationaler Gäste_
7.4.2.1.2.1 Ungeführter Tagesausflugsverkehr nationaler Gäste
7.4.2.1.2.2 Geführter Tagesausflugsverkehr nationaler Gäste
7.4.2.2 Geotourismus
7.4.2.2.1 Ungeführter Geotourismus
7.4.2.2.2 Geführter Geotourismus
7.4.2.3 Vulkantourismus
7.5 …
7.6 Analyse der touristischen Nachfrage im Etna Park
7.7 Probleme des Tourismus im Etna Park und Interventionsansätze
7.7.1 Fehlgeschlagene Eingriffe in das Territorium
7.7.2 Initiativen und Eingriffe zur Förderung des Tourismus im Ätna Park
TEIL C:
8. Untersuchung
8. 1 …
8.2 Methodik der Untersuchung
8.3 Ergebnisse der Untersuchung
8.4 Analyse der Untersuchungsergebnisse
9. Abschlussbemerkungen und Handlungsvorschläge
Abkürzungsverzeichnis
Literatur
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